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Interim Manager Nongrata

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Ich möchte es gleich vorweg nehmen. Beim Lesen dieses Artikels werden einige Interim Manager mit völligem Unverständnis reagieren, mich vielleicht sogar verfluchen oder persönlich angreifen. Nur zu! Diese Reaktion kann (und will) ich nicht vermeiden. Ich halte es da eher mit meinem Kollegen Jürgen Becker von Manatnet, der unliebsame Wahrheiten auch gerne mal ausspricht – auch, wenn das nicht immer allen gefällt.

 

Fangen wir aber mal mit den positiven Nachrichten an. Ich habe mich diese Woche sehr über viele unserer Interimsmanager gefreut. Was war geschehen? Wir haben auf unserer Homepage sogenannte „Bookmarks“ für XING, Twitter, LinkedIn, facebook, Google+ und andere Social Networks implementiert. Mit diesen kleinen Icons kann der Leser eines Beitrags den entsprechenden Artikel mit einem Mausklick weiterempfehlen. Das ist inzwischen gängige Praxis auf zahlreichen Websites.

Wir haben dann in einer kurzen Mail darüber informiert und alle Interim Manager eingeladen, diese Funktion zu nutzen. Schon wenige Stunden nach der Einführung hatten uns viele unserer Interim Manager weiterempfohlen. Die meisten haben mir parallel eine kurze Email geschickt und mitgeteilt, dass Sie die Idee toll finden und das gerne getan haben. Schließlich kommt eine Verbreitung von Informationen rund um das Thema Interim Management uns allen zugute – Stichwort „Öffentlichkeitsarbeit“.

Wie gesagt: das hat mich wirklich sehr gefreut. Warum? Seit ich consultnet gegründet habe, habe ich mich immer für unsere Interim Manager eingesetzt. Wer mich und consultnet kennt, der weiß wovon ich rede. Die Zusammenarbeit mit uns ist eine sehr persönliche. Mir ist es stets ein Vergnügen (und niemals lästige Pflicht), mich für meine Kolleginnen und Kollegen zu engagieren und deren Arbeit zu bewerben. Wenn ich einem Interim Manager einen Gefallen tun kann, dann tue ich das immer gerne und ohne Eigennutz. Zuletzt haben wir z. B. alle Interimsmanager in das neue Social Network Google+ eingeladen. Das hat zwar einiges an Arbeit gekostet – aber ich habe das mit Vergnügen getan.

So, jetzt kommt die Breitseite! Was mich nämlich maßlos enttäuscht hat ist die Reaktion mancher Kollegen. Die haben mir tatsächlich Emails geschickt und gefragt, was sie denn dafür bekommen würden, wenn sie uns weiter empfehlen. Nein, ich spreche hier nicht von einem Einzelfall sondern von mehreren Emails mit gleichem Inhalt. Hallo? Geht’s noch? Das ist ja wohl der Gipfel des Egoismus und einfach nur ekelhaft. Ich habe mich wirklich dafür geschämt, dass wir solche Geisteshaltungen innerhalb unseres Netzwerkes finden müssen. Und ich darf Ihnen auch versichern, dass solche Kollegen von uns keine Projektangebote mehr erhalten werden.

Leider muss ich diesen Kollegen (es waren nur Männer …) auch attestieren, dass sie von Networking offensichtlich nichts verstehen. Der Aufbau eines guten Netzwerkes beginnt immer mit einer Eigenleistung. Fast immer müssen Sie lange Zeit investieren, bevor Ihr Netzwerk Ihnen etwas zurückgibt. Ich kann darüber mit Expertise berichten, da ich seit Jahren viele Stunden meiner Arbeitszeit in den Aufbau des consultnet Netzwerkes investiere. Klar, das ist kein altruistischer Ansatz. Wir profitieren davon, indem wir qualifizierte Interim Manager für unser Netzwerk gewinnen, diese erfolgreich in Projekte vermitteln und – wie jeder Provider – Geld damit verdienen.

Aber es mag bitte jeder Einzelne für sich selbst prüfen, ob nicht trotzdem alle Beteiligten von unserem Netzwerk profitieren. Angefangen mit unseren Kunden, die oft schon innerhalb weniger Stunden erstklassige Managerprofile von uns erhalten. Bis hin zu den Interim Managern, die sich auf ihre operative Arbeit konzentrieren können ohne den gleichen Aufwand wie wir in Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung investieren zu müssen. Das gelingt, weil consultnet in die Vorleistung geht, geeignete Manager identifiziert, Datenbanken aufbaut, Leistungen bewirbt, Kundenverträge verhandelt, Projekte administriert usw.

Die oben beschriebenen Kollegen werden jetzt sagen: „Das ist doch die Aufgabe eines Providers! Warum sollten wir uns für einen Provider engagieren? Machen Sie gefälligst Ihren Job!“

Sie hätten Recht wenn wir einer dieser „Profilschubser“ wären, der allein auf Umsatzmaximierung getrimmt ist. Dann würden wir aber auch die Tagessätze unserer Interim Manager nach unten drücken soweit es irgendwie geht. Wir würden unsere eigene Marge auf Kosten der Manager maximieren, nur um den Kunden den billigsten Tagessatz anbieten zu können. Und es würde uns einen Dreck scheren, was Sie davon halten.

Doch so sind wir nicht. Wir wissen, dass Qualität ihren Preis hat und ihren Preis verdient. Wir schätzen Kollegialität und Loyalität, Freundschaft und Fairness, Partnerschaft und Augenhöhe. Und wir freuen uns wie kleine Kinder, wenn uns unsere Interim Manager weiter empfehlen. Glücklicherweise sehen das die meisten unserer Kolleginnen und Kollegen genauso. Also werde ich weitermachen wie bisher. Wer das nicht versteht oder wem das egal ist, der hat in unserem Netzwerk nichts verloren. Interim Manager Nongrata!

Übrigens: jetzt kommen die erwähnten Bookmarks (siehe unten). Wenn Sie uns ebenfalls empfehlen möchten, dann werde ich mich darüber ebenso freuen ;-)




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Jürgen Becker (21.07.2011 - 23:06)
Hoher Grad an Unwissenheit Es ist schon sehr erstaunlich, was mitunter abgeht, Herr Sunkel,

ich erkläre inzwischen eine ganze Menge mit einem überraschen d hohen Grad an Unwissenheit, was mich unterm Strich auch nicht glücklicher macht: Ganz besonders nicht in unserem Interim-Geschäft, wo sich Unwissenheit denkbar schlecht verkaufen lässt.
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Dr. Bodo R. V. Antonic (22.07.2011 - 10:05)
Lächle... Hallo Herr Sunkel,

ich verstehe Ihre Aussagen, kann Ihnen aus der Ferndistanz nur empfehlen sich nicht über ein solch unpassendes einiger IMs aufzuregen. Folgende Methapher schoss mir dabei durch den Kopf.

"Wenn Dich einer mit Dreck bewirft, dann halte den Kopf oben und gehe weiter, aber wische niemals den Dreck vom Roc, sonst sind deine Pfoten auch noch dreckig.! *g*

Kurzum, einfach weitermachen und sich freuen, daß es Ihnen einige Zeitgenossen so einfach machen, sie aus Ihrer IM-Datei zu werfen.

Ich für meine Person erwarte zwar von einem Provider seinen Job zu machen, im Gegenzug verlange ich von mir aber auch ein hohes Maß an Professionalität - und dazu gehört nun mal auch aktives Networking.

Ich gestehe jedoch, daß ich nicht auf irgendwelche like/unlike-Buttons gedrückt habe, was aber nichts mit Ihnen zu tun hat, sondern mit meiner steigenden Abneigung gegen gewisse Auswüchse. Beziehungen gestalten sich nicht einfach nur durch die besagten Buttons, Beziehung sind für mich das Ergebnis von gemeinsam geleisteter "Arbeit" (Beziehungsarbe it!) und den sich darau idealerweise erbenden Erfolgen.

Grüße

BRVA
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Dr. Hans Peter Erz (22.07.2011 - 14:30)
Gemeinsam zum Erfolg Nur ein erfolgreicher Provider mit möglichst breitem Netzwerk kann auch seinen IM's einen guten Service liefern.
Es muss daher im ureigenen Interesse der IM's liegen, ihren Provider so gut sie nur können zu promoten. Dem Nehmen muss immer auch ein Geben gegenüberstehen und das ist nicht nur der pekuniäre Beitrag des IM im Laufe eines Projektes, auch Loyalität und Unterstützung in der Entwicklung des Geschäftes sind notwendig. Andernfalls gibt es keine Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
Deshalb kann ich die Einstellung dieser Leute überhaupt nicht verstehen.
Mit freundlichem Gruß
Hans Peter Erz
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AKlein (24.07.2011 - 17:03)
Professionalität ist keine Selbstverständlichkeit Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Leider ist IM keine 'geschütze Berufsbezeichnu ng' und nicht jeder weiß, was er da so tut.

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